UNESCO Education For All (EFA) Länderprofil

Trotz eines durchschnittlichen EFA-Entwicklungsindex (Platz 16 von 28 afrikanischen Ländern) und vieler positiver Anzeichen bleibt die Grundbildung in Malawi auf einem niedrigen Niveau. Malawi ist wegen der hohen Schulabbruchs- und Wiederholungsquoten im Primärbildungssystem noch weit dem EFA-Ziel der allgemeinen Grundschulbildung entfernt. Der Primärbildung muss eine größere Haushaltspriorität zugemessen werden, damit das System ausgebaut werden kann: Die letzten schulfernen Kinder müssen angemeldet werden, die Abbruchs- und Wiederholungsquoten müssen reduziert und die Zuteilung des Lehrpersonals in den Schulen muss verbessert werden. Eine bessere Qualität sowie eine gerechtere und effizientere Sekundarbildung sollten entwickelt werden und die Kapazitäten zur Datenproduktion gestärkt, um bessere Planung, Überwachung und Leistung zu gewährleisten.

Seit 2002 sind die Einschulungsquoten auf der Sekundarebene angestiegen, obwohl sie sich noch immer bei geringen 21 % für die unteren und 16 % für die oberen Sekundarstufen liegt. Mit 118 % ist die Schülerzahl an Grundschulen stabil. Dennoch liegt die Anzahl der Schüler, die die Grundschule beenden, noch immer nur bei 46 %, und damit ist Malawi weit vom EFA-Ziel der allgemeinen Primärbildung entfernt. Das liegt vor allem an der niedrigen Verbleibsquote innerhalb des Grundbildungssystems, hauptsächlich wegen mangelnder Nachfrage nach Schulen insbesondere bei den Ärmsten. Die Verbleibsquote in der Sekundarschulbildung ist wesentlich besser. Die Teilnahme an höheren Bildungsangeboten gehört zu den geringsten der Welt und stellt verglichen mit den regionalen Nachbarn in Bezug auf die Sekundarbildung einen Nachteil für Malawi dar.

Die interne Effizienz des malawischen Bildungssystems ist schwach, insbesondere wegen der hohen Wiederholungsquoten (im Primarbereich momentan bei 19,4 %), die sich negativ auf Bildungserfolge und Kosten auswirken. Die Lehrergehälter sind überdurchschnittlich gut und liegen beim 6,3-fachen des Pro-Kopf-BIP, und 11,5 % der Kinder entscheiden sich für nichtstaatliche Schulen.

Obwohl Geschlechtergleichheit erreicht wurde (103 Mädchen für 100 Jungen beenden die Grundschule), besteht nach wie vor ein beträchtliches Ungleichgewicht beim Bildungszugang, das sich bei jeder weiteren Stufe erhöht; der Lebensstandard ist der größte Faktor bei der Diskriminierung. Außerdem ist das Ungleichgewicht bei der Ressourcenverteilung extrem: die 10 % der privilegiertesten Schüler verbrauchen massive 73 % der Bildungsressourcen (der SSA-Durchschnitt ist 41 %).

Die Haushaltspriorität der Bildung ist verglichen mit anderen afrikanischen Ländern nach wie vor gering, und die Priorität, die der Primarstufe innerhalb des Budgets zugebilligt wird, ist gering (36 % und damit unterhalb dem FTI-Benchmark von 50 %) und nimmt weiter ab.  Als Ergebnis sind die laufenden öffentlichen Ausgaben für die Primärbildung sehr gering und die Ausgaben pro Kopf für die Sekundar- und höhere Sekundarstufe sind sehr hoch. Infolgedessen sind die Bildungsbedingungen in der Primarschulbildung vergleichsweise schlecht. Höhere Bildung wird von der öffentlichen Hand hoch subventioniert und wird vergleichen mit anderen Ländern zu extrem hohen Kosten pro Kopf bereitgestellt.  Die Umlenkung einiger Finanzmittel in den Primarschulbereich würde dabei helfen, die Entwicklung des Grundbildungssektors besser zu unterstützen.

Source: UNESCO EFA country profile