Engagement der Roger Federer Foundation

2013 lancierte die Roger Federer Foundation zusammen mit ROCS eine neuartige ganzheitliche Initiative, die in abgelegenen Gegenden Sambias nicht nur Dorfschulen stärken soll (link Dorfschulinitiative), sondern auch erstmals der ländlichen Bevölkerung Zugang zur Vorschulbildung ermöglichen soll. In einer ersten Phase waren 60 Gemeinden im Distrikt Lundazi im Osten des Landes am Programm beteiligt. Mitte 2016 startete die zweite Phase des Programms, in der 80 neue Gemeinden in den Distrikten Lundazi und Chama hinzustiessen. Der Stiftungsrat hat insgesamt bisher CHF 1‘575‘000 gesprochen. Die Ziele der ersten Phase waren:

  • 12‘000 Schüler erhalten gleichberechtigten  Zugang zur Bildung von guter Qualität in 60 von ländlichen Gemeinden selbst gegründeten und geführten Dorfschulen im Lundazi Distrikt im Osten von Sambia.
  • 600 Eltern-Komitee Mitglieder sind in der Lage, die Schulen besser zu führen und die Qualität aufrecht zu erhalten dank einer Ausbildung in Management und Führung
  • 180 Lehrer, die auf freiwilliger Basis in den Dorfschulen arbeiten, haben die Qualität ihres Unterrichts dank Weiterbildung erhöht
  • Die Ressourcenmobilisierung zwecks Aufrechterhaltung der Qualität der Infrastruktur wie des Unterrichts ist auch nach Ablauf der Intervention sichergestellt aufgrund institutionalisierter Prozesse bei der Dorfführerschaft.
  • 60 Kinderräte sind in den Gemeinschaften etabliert, um die Gouvernanz an den Schulen zu stärken
  • Die sanitären Anlagen und Hygiene an den Schulen haben sich merklich verbessert und erfüllen die gesetzlichen Anforderungen. Die Kinder kennen und praktizieren die Regeln der hygienischen und gesundheitspräventiven Verhaltensweise
  • 1500 Kinder unter 7 Jahre erhalten Zugang zur frühkindlichen Förderung, einer gesunden Mahlzeit sowie einer rudimentären medizinischen Betreuung in 60 an den Dorfschulen angeschlossenen Kindergärten

Das Programm wurde 2015 extern evaluiert, was folgende Zwischenresultate und Erkenntnisse hervorbrachte:

  • Die Evaluatoren bestätigten, dass die Intervention gute Wirkung entfaltet und die gesetzten Ziele gar übertreffen wird.
  • In den Dorfschulen habe die Qualität sich massgeblich erhöht durch Lehrerweiterbildung, neue Klassenzimmer, bessere Schulführung und Einbezug der Eltern. Die Anzahl eingeschulter Kinder habe sich denn auch gegenüber 2014 um 12% in nur zwei Jahren erhöht.
  • 60 Kindergärten seien erfolgreich etabliert worden und jedes Jahr werden 1500 Kinder neu angemeldet, dreimal mehr als geplant.
  • Die Schulung und Beratung der Schulkomiteemitglieder habe zu einer sichtlich besseren Schulführung geführt. Dies liesse sich vor allem am stärkeren Mitwirken der lokalen Bevölkerung erkennen, insbesondere wenn es um die Verbesserung der Infrastruktur geht.
  • Auch die traditionellen Chefs seien stark in die Initiative involviert, übernehmen Verantwortung und motivieren die Gemeindemitglieder.
  • Die Infrastruktur der Dorfschulen habe sich als Folge substantiell verbessert und kann nun mehr Schulklassen und Kinder beherbergen. Die Hälfte der Schulen habe nun auch aufgrund der Beratung auch Zugang zu öffentlichen Geldern.
  • Die Eltern und Kinder erkennen und respektierten die Kinderrechte nun besser. Zahlreiche Kinder, welche die Schule abgebrochen haben, seien dank der Intervention der Kinderräte zum Unterricht zurückgekehrt.
  • Die Anwesenheitsrate und die Leistungen der Schüler hätten sich gemäss Berichten verbessert und einige Dorfschulen könnten nun erstmals formelle Schulabschlüsse nach der achten Klasse vorweisen.
  • Die Gesundheit der Kinder sei durch die Mahlzeitenprogramme an den Kindergärten substantiell besser geworden. Diese hätten auch den erfolgreichen Anmeldungs- und Anwesenheitszahlen geführt.
  • Dem Programm wurde eine hohe Chance auf Nachhaltigkeit attribuiert, da die lokale Bevölkerung die Initiative voll und ganz als eigene akzeptiert hätten und zu Protokoll gaben, dass sie im Stande und gewillt seien, die Massnahmen auch ohne ROCS weiterzuführen. 

Unser Implementierungspartner ROCS

Reformed Open Community Schools (ROCS) ist eine Nicht-Regierungsorganisation in Sambia und fokussiert ihre Arbeit auf die Förderung von benachteiligten Kindern in ländlichen Gemeinschaften. ROCS stärkt und unterstützt die Dorfgemeinschaften in ihren Bemühungen, die Qualität an den von ihnen gegründeten und geführten Schulen qualitative zu verbessern. Dabei steht die Eigenverantwortung und Eigeninitiative der Gemeinschaften im Vordergrund. Seit ihrer Gründung im Jahre 1997 unterstützte ROCS über 130 Gemeinschaften und stärkte Eltern-Komitees und bildete über 500 Lehrer aus, die ohne formelle Lehrerbildung auf freiwilliger Basis Schuldienst leisten.  In der Folge absolvierten 90 von diesen Lehrern das staatliche Lehrerseminar und unterrichten heute  in den Dorfschulen. Nach ein paar Jahren wurden einige auch von staatlichen Schulen angestellt.


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Karte

Fakten Sambia

Bevölkerung
13.5 Mio
Anteil Gemeinschaftsschulen
20%
Kindergartenkinder in ländlichen Gebieten
3%
Kinder mit Mangelernährung
1 Mio
Waisenkinder unter 15 Jahren
1.2 Mio

Fotogalerie