UNESCO Education For All (EFA) Länderprofil

Südafrika sah sich mit dem Ende der offiziellen Apartheid enormen Herausforderungen im Bildungswesen gegenüber, darunter die Anpassung der Bildungspläne an die Bedürfnisse der gesamten Bevölkerung und die Bereitstellung von Bildung für viele Jugendliche, deren Schulbesuch abgebrochen worden war.

Das Land hat nun praktisch die allgemeine Grundschulbildung erreicht (mit einem Zugang von 118 % und einer Abschlussquote von 93 %), und hat die Sekundarbildung massifiziert (Einschulungsquoten lagen 2004/05 bei 95 % und 80 % für die unteren und oberen Sekundarstufen). Außerdem gehört die Alphabetisierungsquote zu den höchsten auf dem gesamten Kontinent (98 % für Jugendliche), die Grundschuleinschulungsquote hat sich seit 2002 verdoppelt und die Geschlechtergleichheit ist mit 96 % akzeptabel. Die Lehrqualität ist jedoch nicht unter den vielen bedeutenden und positiven Fortschritten und ist weithin als unbeständig anerkannt – ein Ungleichgewicht, dass das Land nun zu beheben versucht, insbesondere zum Vorteil der afrikanischen Mehrheit.

Südafrikas Bildungspyramide zeigt eindeutig, dass das System kurz davor steht, eine allgemeine und flächendeckende Grundbildung bereitzustellen, denn die Abschlussquote der Primarstufe liegt bei fast 100 % und die Anmeldungen in der unteren Sekundarstufe bei 95 %. Obwohl der Übergang in die obere Sekundarstufe für die Mehrheit gesichert ist, sind die Abbruchquoten für diesen Bereich noch bedeutsam und die Abschlussquote betrug 2004/05 nur 45 %. Zudem ist der Zugang zum tertiären Bildungsbereich möglicherweise wegen der schlechten Qualität des Sekundarbildung zu gering, um eine globalisierte Wirtschaft aufrechtzuerhalten.

Der erwähnenswerteste politische Indikator der Primärbildung ist die Wiederholungsquote, die bei 8 % liegt - für ein englischsprachiges Land sehr hoch. Eine mögliche Erklärung ist die, dass Schulen unter dem Druck, die Noten zu verbessern, Schüler zurückgehalten haben und sich damit ein Rückstau an Wiederholern gebildet hat.

Trotz offenbar günstigen Lehrbedingungen (das Schüler-Lehrer-Verhältnis liegt nur bei 32:1, um einiges unterhalb dem FTI-Ziel von 40:1) sind Südafrikas Bildungserfolge bekanntermaßen gering, insbesondere im Sekundarbereich. Die unbeständige Qualität der Bildung wird durch standardisierte internationale Testergebnisse hervorgehoben. In der Bewertung SACMEQ 2007 erreichten südafrikanische Schüler der 6. Grundschulklasse unterdurchschnittliche Werte sowohl beim Lesen als auch in Mathematik und wurden von ihren Konkurrenten aus Botswana, Kenia, Swasiland und Tansania überrundet. Dieser Problematik wird momentan durch eine Reihe neuer Initiativen entgegengewirkt, die eine Qualitätsverbesserung zum Ziel haben, einschließlich der Einführung eines neuen Lehrplans und Strategien zur Unterstützung leistungsschwacher Schulen.

Angesichts Südafrikas positiver Finanzprognosen (öffentliche Ressourcen liegen bei hohen 28 % des BIP), scheint man sich vorgenommen zu haben, die Pro-Kopf-Ausgaben zu steigern, insbesondere im Sekundarbereich, wo sie vergleichsweise niedrig sind (20 % des Pro-Kopf-BIP verglichen mit durchschnittlich 25 % für die SSA-Länder). Angesichts der hervorragenden Abdeckung sollten weitere Ressourcen vor allem für die Verbesserung der Qualität und Lernergebnisse aufgewendet werden.

Source: UNESCO EFA country profile