Kontext Frühbildung

Botsuana ist ein Binnenland im Süden Afrikas, das von Südafrika, Namibia, Sambia und Simbabwe umgeben ist. Das Land hat ca. 2.004.000 Einwohner und eine Fläche von 581.730 km2, wovon 2,6% Wasser sind. Botsuanas BIP pro Kopf, das in den letzten 12 Jahren jährlich 3% gestiegen ist, liegt bei 8.795 USD (2012). Die Republik Botsuana wird in die mittlere bis obere Einkommenskategorie eingestuft. Noch immer zeigt das Land eine sehr hohe Prävalenz von HIV und AIDS, nämlich 23,4% der Personen im Alter von 15 bis 49 Jahren. Damit liegt es 18% über dem Durchschnitt der Länder im südlichen Afrika (5,4%). Diese hohe HIV und AIDS Rate wirkt sich nachteilig auf die Entwicklung des Bildungssektors aus: Betroffen sind nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer, die dadurch häufiger abwesend sind. Botsuana belegt laut Human Development Index Platz 119 von 187 Ländern.

In Botswana beträgt das offizielle Vorschulalter 3 bis 5 Jahre und das Grundschulalter 6 bis 12 Jahre. Im Jahr 2014 besuchten 153.089 Kinder eine Vorschule und 323.361 waren in einer Primarschule eingeschrieben. Betrachtet man die Entwicklung des Bildungssektors in den letzten Jahren, so kann man zwischen 2012 (21.786) und 2014 (33.883) einen Anstieg der Anzahl Kinder feststellen, die nicht zur Schule gehen. Auch die Einschulungsquoten in Vorschulen sehen nicht vielversprechend aus: 2014 betrug die Nettoeinschreibungsquote 18,3%. Die Einschulungsquote für männliche Schüler betrug im selben Jahr 19,73% und für weibliche Schüler 20,44%. Auch in Bezug auf die Lehrqualität sehen die Zahlen ernüchternd aus: im Jahr 2013 waren nur rund 55% der Lehrer in Vorschulen ausgebildet. Das Verhältnis von Schüler zu ausgebildeten Lehrern im Vorschulbereich war 21:1 im gleichen Jahr.

Neben den oben erwähnten Schwierigkeiten steht Botsuana vor einer weiteren Herausforderung, die wahrscheinlich die grösste des Landes: Botsuana ist in verschiedene ethnische Stämme unterteilt, die unterschiedliche Kulturen ausleben und verschiedene Sprachen sprechen. Es gibt ungefähr 40 verschiedene Stämme, von denen nur acht vom Staat anerkannt sind. Von allen Sprachen sind Setswana, die von den „Tswana“ gesprochene Sprache, und Englisch die einzigen zwei Amtssprachen. Andere Muttersprachen wie Sekgalagadi, Herero, Naro oder Kaukau, die keine Ähnlichkeiten mit Setswana haben, werden von der Regierung nicht anerkannt. Dies bedeutet, dass in Schulen nur Englisch und Setswana gesprochen wird. Das Problem wird offensichtlich: Kinder, die mit einer anderen Sprache aufgewachsen sind, hören in der Schule zum ersten mal eine neue, ihnen total unbekannte Sprache. Wie sollen sie etwas lernen können, wenn sie nicht einmal ihren Lehrer verstehen? Genau hier setzt die Initiative der Roger Federer Foundation an.